Kultur in der Berner Altstadt

Die Gassen sind das Herz der Altstadt...und dieses Herz pocht ganz besonders stark auf der kulturellen Seite. Das öffentliche Leben spielt sich hier ohnehin im Keller ab. Denn praktisch jedes Haus hat einen von der Gasse her zugänglichen Gewölbekeller, der sehr oft als Theater, als Musiklokal, als Bar, als spezieller Verkaufsraum genutzt wird. Dies ist eine Spezialität von Bern, die sich kaum in einer anderen Schweizer Stadt findet.

Aber auch die Märkte, die Bibliothek und viele Spezialitätengeschäfte gehören zum kulturell interessanten Angebot der Berner Altstadt.

 

 

• Die Theater

Kellertheater wie etwa "Die Rampe" schrieben mit ihren spektakulären Erstaufführungen einst Theater- geschichte. Das Publikum liebte und liebt diese kleinen Bühnen – trotz oder vielleicht wegen der steilen Stufen weit in den Berner Untergrund und der oft engen und eher unbequemen Sitze. Die Kellertheater-Tradition lebt weiter. So im Narrenpack an der Kramgasse 30, dem Katakömbli an der Kramgasse 25, dem Berner Puppen Theater an der Gerechtigkeitsgasse 31 - einem der ältesten Theater in der Berner Altstadt - und dem Theater vis-à-vis an der Gerechtigkeitsgasse 44. Es lohnt sich, deren Programme zu studieren und hin und wieder in die Tiefe zu steigen! Aus dem ehemaligen, geschichts- trächtigen Kleintheater Kramgasse 6 ist vor  kurzer Zeit das ONO entstanden, ein sehr spezielles Lokal, das Bühne, Galerie und Bar zugleich ist und eine Reihe von Events bietet, die von Sprechtheater bis Lindy Hop reichen. An der Kramgesse 4 befindet sich neu das Theater Zum Raben mit mystischem Ambiete, welches sie in die Welt der Magie und Geistersagen entführt.

 

• Die Kinos

Eine Berner Spezialität ist das Kellerkino, das im tiefen Gewölbekeller des Hauses Kramgasse 26 den "etwas anderen Film" pflegt und gute Dokumentarfilme oder kleine Aussenseiterproduktionen zeigt. Eher auf der Mainstream-Welle bewegt sich das grosse Kino Capitol an der Kramgasse 72, dessen weiträumiger Saal eine gewisse Nostalgie weckt.

 

• Musikalisches

Ein Wallfahrtsort für Schüler und Musikstudenten ist das grosse, imposante Gebäude des Berner Konservatoriums an der Kramgasse 36, von den Bernern kurz Konsi genannt. Vom kleinen Blockflötenschüler bis zum grossen Cellovirtuosen werden alle Stufen und zahlreiche Instrumente unterrichtet...mehr als ein Besucher der Gasse bleibt versonnen stehen, wenn Klavier- oder Geigentöne aus einem der Fenster an sein Ohr dringen. Musikalische Events bieten auch die beiden Kellerlokale ONO und das Katakömbli.

Tonus Music Records an der Kramgasse 10 hat sich als Drehscheibe für Musiker und Komponisten etabliert. Ein Ort, der als Konzertsaal, Aufnahme-Studio, öffentliches Probe-Labor, Workshop- und Unterrichtsstätte dient.

 

• Kunstgalerien

Regelmässige Verkaufs-Ausstellungen wechselnder Künstler bietet die Galerie von Christine Brügger an der Kramgasse 31 geführte gleichnamige Galerie an, die sich alle sechs Wochen mit einer neuen Show zeigt. Wer eher antiquarische Bücher oder alte Stiche sucht, findet diese in den zahlreichen Buchantiquariaten in der Gasse oder in deren nächstem Umfeld.

 

• Restaurants und Bars

Neben aller Kunst und Musik ist eine weitere Form der Kultur nicht zu verachten – die Ess- und Trinkkultur. Sie wird in einer Reihe von Restaurants und Bars gepflegt. Hier eine Reihe von Tipps: Zum Untern Juker ist in einem historischen Gebäude zuhause, nämlich im Einstein-Haus, dessen obere Stockwerke einst vom Physikgenie Albert Einstein bewohnt wurden. Im "Juker" isst man gut und bodenständig, im angeschlossenen Pastamania gibt es, der Name sagt es, stets spezielle Pasta. Eher mediterran angehaucht ist das Artemisia, während sich die Sushi-Bar im ersten Stock der Kramgasse 75 einen Namen für beste Qualität ihrer japanischen Fisch-Häppchen geschaffen hat. Beliebt für Drinks und Kontakt ist die Lirum-Larum-Bar an der Kramgasse 19, während das Petits Fours an der Kramgasse 67 eine angenehme Gay-Bar bietet, in welcher sich auch Heteros wohl fühlen.

 

• Spezialitäten

Unter den Lauben der Kramgasse findet der Geniesser und Gourmet praktisch alles, wonach ihn gelüsten könnte: Schokolade und feinste, stadtbekannte Patisserie bei der Confiserie Tschirren; Fleisch, Wurst und herrliche, hausgemachte Schinkengipfel bei Metzgerei Steiner; eine reiche Palette an perfekt gereiften Käsen beim Chäsbueb; ein gepflegtes Weinsortiment bei der Münsterkellerei; eine riesige Auswahl von Ravioli in allen Formen und Füllungen bei Ingredienza; alles für den täglichen Gebrauch bei Kramgass-Comestibles... an der Kramgasse muss niemand darben. Und jeder findet ein originelles Mitbringsel, essbar oder nicht.

 
Sehenswert - Burgerbibliothek_thumb  

• Bibliotheken

An der Münstergasse wurde ab 1755 das als Kornhaus geplante Gebäude errichtet und von Niklaus Sprüngli und Lorenz Schmid zur Bibliothek ausgebaut. Die hufeisenförmige Anlage enthält im Innern klassizistischen Raumschmuck. Die spätbarocke Fassade der 1772-75 von Niklaus Sprüngli erbauten Bibliotheksgalerie wurde 1912 am Thunplatz als Brunnenprospekt wieder aufgestellt. An dieser Stelle steht heute das Kultur-Casino.

Die alte Ankenwaag beherbergt 2 Bibliotheken: Die Universitätsbibliothek Bern, Zentralbibliothek UB, ZB und die Burgerbibliothek Bern BBB

 
 
Sehenswert - Markt_thumb  

• Die Märkte

Das älteste Element des städtischen Handels ist der Markt, der seit dem Mittelalter ein zentraler Bestandteil des Stadtrechts war. Bis weit ins 19. Jahrhundert hatten die verschiedenen städtischen Märkte für den Warenaustausch grössere Bedeutung als die Läden. Die einzelnen Warengruppen wurden immer an den gleichen Orten feilgeboten. Jeweils am Dienstag fand der üppige Wochenmarkt statt.


Die Münstergasse, früher Kesslergasse, diente im 15. Jahrhundert als Kürschnermarkt, seit 1514 als Ankenmarkt und spätestens seit 1778 den auswärtigen Metzgern als Fleischmarkt. 1863 hielt ein staunender Beobachter fest: «Vermuthlich auf keinem Markte in der Schweiz sind so verschiedene und oft die einem Fremden sonderbarsten Marktartikel ausgestellt. Ein Fleischmarkt wie in Bern findet sich wenigstens in der Ostschweiz nirgends.»
Heute präsentiert sich der Markt sehr durchmischt, neben den Fleischständen gibt es auch einen Fisch-, einen Käsestand, Auslagen von Leckereien aller Art, Backwaren, Tee und Gewürzen, verschiedenen Olivenölen aus diversen Regionen und Blumen.


In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts brachten über 1000 Pferde- und Handwagen und mehrere Extrazüge die Marktbesuchenden und die Waren in die Stadt. Entlang der Hauptgassen türmten sich Gemüse und Früchte. Beim Münster befand sich der Geflügelmarkt, auf dem Waisenhausplatz wurden Holzwaren, Schweine und Schafe verkauft und beim Kornhaus Getreide.

Auf dem heutigen traditionellen Handwerkermarkt muss alles aus dem eigenen Atelier stammen: Kreamikprodukte, Schmuck, Steine, Mineralien, Kleider, Hüte, Holz- und Papierarbeiten, Lederwaren, Plüschtiere u.a.m.

 

Fleischmarkt - Frischwarenmarkt
Dienstag und Samstag von 07:00 - 12:00

 

Traditioneller Handwerkermarkt
jeweils am 1. Samstag des Monats von 8:00 - 16:00 ums Münster

 

Berner Weihnachtsmarkt
In der Adventszeit auf dem Münsterplatz, 28.11.2009 - 24.12.2009