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Das  Tscharnerhaus am Münsterplatz 12

 

1733/35 baut Joh. Rud. Hebler nach Plänen Albrecht Stürlers für Beat Jakob Tscharner das grosse Haus an Stelle der Hinterhäuser des Noll- und Schillinghauses. Zwischen 1756 und 1764 lässt Abraham Ahasverus von Tscharner die zwei alten Häuser an der Herrengasse abbrechen und vermutlich von Niklaus Sprüngli durch den heutigen Bau Nr. 6 ersetzen.


Die Front des Tscharnerhauses beherrscht mit ihrem Vortreten der Fassade vor das Nachbarhaus die Westseite mit monumentaler Platzwirkung. Sie weist ein straff diszipliniertes Spiel von Fenstergruppen, Gurten und Pilastern auf, das eine Dreiteilung der Hauptfront ergibt. Das Fassadendekor mit Portalkonsolen, Girlanden am Risalit und dem Giebelfeld bildet das einzige reine Régence-Ensemble in Bern. Die Kartusche im Dreieckgiebel ist bekrönt mit dem Tscharnerwappen und zwei stilisierten Greifen als Schildhalter.


In den drei Obergeschossen weisen alle Räume gegen den Münsterplatz oder die Herrengasse, sie sind damit gut besonnte Wohnräumlichkeiten. Das beste Interieur im Haus ist der auf dem Originalriss Stürlers basierende Südost-Ecksalon im 2. Stock mit einem eleganten Nussbaumtäfer, die „chambre de parade", dort steht auch der elegante Ofen mit blauen Landschaften auf weissem Grund, datiet 1766 und signiert vom Kachelmaler Peter Gnehm (1712-1799) aus Stein am Rhein.


Aus Paul Hofer: Die Stadt Bern. Gesellschaftshäuser und Wohnbauten. Bern 1959, S. 290-308.

 

 

 

 

Sehenswert - Tscharnerhaus

Das Tscharnerhaus